Stellungnahme zur bedauerlichen Vorkommnissen in Hamburg

Die derzeit öffentlich geführte Diskussion zu Pflegefamilien und Pflegekindern veranlasst uns, an dieser Stelle auf die besondere Situation des Pflegekinderwesens hier in Rostock hinzuweisen:

Wie in allen anderen Städten der Bundesrepublik Deutschland auch, trägt das Jugendamt die abschließende Verantwortung für die Kinder, deren Eltern aus verschiedensten Gründen nicht in der Lage sind, die Erziehungsverantwortung zu übernehmen und entsprechend zu handeln. In Rostock hat das Amt für Jugend und Soziales die Aufgaben der Akquise und der Schulung neuer Pflegeelternbewerber, der Vermittlung von Pflegekindern und der Begleitung der Pflegeverhältnisse an den Kreisverband Rostock der Caritas Mecklenburg e.V. übergeben, der Träger des Dienstes "Das Kind im Blick" Pflege-Familien-Zentrum ist.

In allen Bereichen ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend und Soziales erforderlich. Bei der Übernahme der benannten Aufgaben wurden Verfahren entwickelt, damit das Amt für Jugend und Soziales auch zukünftig seiner Letztverantwortung gerecht werden kann. Seit mehr als 3 Jahren gestalten die Caritas und das Amt für Jugend und Soziales in Rostock das Pflegekinderwesen gemeinsam neu. Inzwischen begleiten wir 120 Kinder in ihren Pflegefamilien. Aus unserer Erfahrung und aus den uns bekannten wissenschaftlichen Studien der letzten 20 Jahre wissen wir, dass Pflegefamilien für viele Kinder, die vorübergehend oder auf Dauer nicht bei ihren Eltern leben können, gute Entwicklungs- und Zukunftschancen ermöglichen. Pflegeeltern sind überaus engagierte und begeisterungsfähige Menschen. Sie übernehmen Verantwortung für zunächst einmal fremde Kinder.

Die Suche nach geeigneten Pflegefamilien wird jedoch aufgrund veränderter gesellschaftlicher Bedingungen schwieriger. Auch die die derzeit laufende Diskussion aufgrund aktueller, negativer Ereignisse in anderen Städten und Regionen wirkt nicht gerade bestärkend im Sinne der Gewinnung neuer Pflegeeltern. Viel zu selten wird über die gelingenden Entwicklungsverläufe von Kindern berichtet, die mit zwei Familien groß werden. Aber genau das passiert. Genau das passiert auch hier in Rostock. Wir möchten mit unserer Öffentlichkeitsarbeit möglichst viele Menschen ansprechen und Mut machen, weitere Schritte zu gehen, Pflegefamilien kennenzulernen und in gemeinsamen Gesprächen mehr zu erfahren über diese bereichernde Aufgabe, für ein Pflegekind da zu sein. Bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe beraten und unterstützen wir alle (potentiellen) Pflegefamilien und stehen allen Interessierten gern für weitere Informationen zur Verfügung.

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