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Willkommen im "Das Kind im Blick" Pflege-Familien-Zentrum der Caritas. Wenn es in Rostock um Pflegefamilien geht, stimmen wir uns mit dem Amt für Jugend, Soziales und Asyl der Hansestadt ab, was wer wann tut. Selbstverständlich haben wir dabei die Kinder, ihre Eltern und weiteren Bezugspersonen im Blick. "Das Kind im Blick" haben wir bewusst vorangestellt, weil wir immer wieder erfahren haben, wie schnell die Bedürfnisse der Kinder aus den Blick geraten können, wenn uns komplexe Gefühlslagen überwältigen, wie großer emotionaler Schmerz, Trauer, Angst vor Verlust und Sorge über das, was kommt.


Wir bieten verschiedene Kurs- und Informationsveranstaltungen an, dazu Ausflüge, Meinungs- und Informationsaustausch, Literaturempfehlungen und vieles mehr. Wählen Sie einfach ein Thema oberhalb, um die Auswahl der Blogeinträge einzuschränken.

Nächste Termine

14. Juni 2018
Fortbildung für Pflegeeltern: "So hab´ich mir das (nicht) vorgestellt"

16. Juni 2018
Familientag: Schnitzeljagd digital

19. Juni 2018
Infoabend für Bewerber, Interessierte und alle, die neugierig sind.

Ort: Volkshochschule Rostock, Am Kabutzenhof 20A

29. Juni - 1. Juli 2018
Müch On Tour


Veranstaltungsrückblick

Im Pflege-Familien-Zentrum war viel los im März...

Im Angebot waren:

  • Eine Fortbildung zum Thema "Biografiearbeit". Das Wissen um die eigene Biografie ist wichtig für die Entwicklung eines gesunden Selbstwertes.
  • Start des neuen Vorbereitungskurses für Pflegeeltern-Bewerber. Wir freuen uns auf die kommenden Wochen und eine erlebnisreiche Zeit.
  • Präsentation unseres Jahresberichtes 2017. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, zu der Eltern, Pflegeeltern und Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe eingeladen waren, standen die gelungenen Momente des letzten Jahres.

 

Fachtag mit Dirk Schäfer zum Thema "Chancen und Risiken in der Verwandten- und Netzwerkpflege"

Am 10. November 2017 waren ca. 45 interessierte Fachkräfte verschiedener Einrichtungen und Pflegeeltern zum Fachtag in die Räume der Landeskirchlichen Gemeinschaft gekommen. Das "Das Kind im Blick" Pflege-Familien-Zentrum der Caritas Mecklenburg e.V. hatte dazu eingeladen.

"Chancen und Risiken in der Verwandten- und Netzwerkpflege" war das Thema an diesem verregneten Novembertag. Dirk Schäfer, ehemaliges Mitglied der "Forschungsgruppe Pflegekinder" an der Universität Siegen, führte die Teilnehmden praxisnah und wissenschaftlich untersetzt durch den Tag.

Was ist so besonders in der Verwandtenpflege?

Dirk Schäfer betonte die Unterschiedlichkeit von Fremdpflegeverhältnissen und Verwandtenpflege: "Hier sind die Familien die Konstrukteure des Pflegeverhältnisses, bei der Fremdpflege sind die Fachkräfte die Konstrukteure." und "Mit den Menschen in der Verwandtenpflege gilt es, von der Nähe in die Distanz zu kommen." Dass besondere Unterstützungsangebote entwickelt werden müssen, ist eine wichtige Voraussetzung, damit die Chancen, wie Kontinuitätssicherung und Familienerhalt (um nur einige zu nennen), auch Realität werden können. Hervorgehoben wurde auch die Bedeutung verläßlicher Kooperationen mit anderen Trägern und die Offenheit für dynamische Hilfeleistungen im Familiennetzwerk. Neben den vielen neuen Erkenntnissen zur Verwandtenpflege, konnten sich die Teilnehmenden in Gruppengesprächen und in der Fallarbeit miteinander austauschen. Die verschiedenen Perspektiven und Erwartungen auf allen Seiten waren in einer Fallvorstellung spürbar geworden. Dabei fiel auf, wie schnell Kinder aus dem Blick geraten, wenn sie nicht angemessen beteiligt werden und wenn es niemanden gibt, der die Perspektive des Kindes einbringt. Überhaupt war Konsens bei allen, dass Perspektiven klar formuliert werden müssen und Zeit für Gespräche nötig ist.

Mit den Rückmeldungen zum Fachtag wurde uns gezeigt, dass es eine interessante Veranstaltung war und dass sich die Teilnehmenden wohlgefühlt haben. Das lag bestimmt nicht nur an den leckeren Gemüsesticks und Brothäppchen zum Mittag.

 

Sommerfest mit Pippi Langstrumpf

Glaubst du etwa nicht, dass ich einen Spunk erkenne, wenn ich einen vor mir hab? Hast du jemals in deinem Leben etwas so Spunkartiges gesehen?

Das Sommerfest war zum Beispiel spunkartig. Das Wetter war so schön und der Ort auch. Und eine Attraktion nach der anderen – Zirkus, Tauziehen, furchtbar wildes Federvieh, die stärkste Frau der Welt – das muss sie sein, denn sie hat zwölfundzwanzig große Reifen aus purem Eisen geschwungen, tolle Wollebälle und bemalte Gesichter, ein Riesenluftschloss und Menschenpyramiden, … ich sag ja, spunkartig!

Und dann noch all die vielen Kinder und Eltern der Kinder und Pflegeeltern der Kinder und Eltern der Eltern der Kinder. Alle hatten Spaß und ich war mittendrin. Und die Tante Prusseliese auch und Kling und Klang, Donner-Karlsson, Papa Efraim und Annika, der kleine Onkel und Herr Nielsson – alle waren da.

Und da ich Eine-Wirklich-Feine-Dame werden will, sage ich auch Dankeschön – das gehört sich so. Da waren nämlich viele Helfer, die ordentlich mit angepackt haben. Die waren zwar alle zusammen nicht so stark wie ich, aber sehr fleißig.

Zum Schluss habe ich dann allen gesagt: Am besten, ihr geht jetzt nach Hause damit ihr morgen wiederkommen könnt. Denn wenn ihr nicht nach Hause geht, könnt ihr ja nicht wiederkommen. Und das wäre schade.

 
 

Buchempfehlungen

"Jetzt bestimme ich" von Juli Zeh und Dunja Schnabel

Ja, Juli Zeh schreibt auch Kinderbücher und nicht dicke Romane für Erwachsene. Dieses Kinderbuch spricht mit den hübschen Bildern aber eigentlich die ganze Familie an. Mit einem Augenblinzeln erforscht sie die Alltagssituationen in der Familie Wiefel. UNd dabei beschäftigt alle immer wieder die Frage, wie es gerecht zugehen kann, wenn doch jeder so seine ganz eigene Vorstellung hat, von dem was toll ist. Auch Rainer-Maria, der Kleinste in der Familie, würde am liebsten den ganzen Tag Salat essen. Wirklich - das ist ein lustiges Buch, bei dem nicht nur die Kinder ihre Freude haben, wenn sie miterleben, wie begeistert die Erwachsenen daraus vorlesen werden.

 

 


Fachartikel

Stellungnahme zur bedauerlichen Vorkommnissen in Hamburg

Die derzeit öffentlich geführte Diskussion zu Pflegefamilien und Pflegekindern veranlasst uns, an dieser Stelle auf die besondere Situation des Pflegekinderwesens hier in Rostock hinzuweisen:

Wie in allen anderen Städten der Bundesrepublik Deutschland auch, trägt das Jugendamt die abschließende Verantwortung für die Kinder, deren Eltern aus verschiedensten Gründen nicht in der Lage sind, die Erziehungsverantwortung zu übernehmen und entsprechend zu handeln. In Rostock hat das Amt für Jugend und Soziales die Aufgaben der Akquise und der Schulung neuer Pflegeelternbewerber, der Vermittlung von Pflegekindern und der Begleitung der Pflegeverhältnisse an den Kreisverband Rostock der Caritas Mecklenburg e.V. übergeben, der Träger des Dienstes "Das Kind im Blick" Pflege-Familien-Zentrum ist.

In allen Bereichen ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend und Soziales erforderlich. Bei der Übernahme der benannten Aufgaben wurden Verfahren entwickelt, damit das Amt für Jugend und Soziales auch zukünftig seiner Letztverantwortung gerecht werden kann. Seit mehr als 3 Jahren gestalten die Caritas und das Amt für Jugend und Soziales in Rostock das Pflegekinderwesen gemeinsam neu. Inzwischen begleiten wir 120 Kinder in ihren Pflegefamilien. Aus unserer Erfahrung und aus den uns bekannten wissenschaftlichen Studien der letzten 20 Jahre wissen wir, dass Pflegefamilien für viele Kinder, die vorübergehend oder auf Dauer nicht bei ihren Eltern leben können, gute Entwicklungs- und Zukunftschancen ermöglichen. Pflegeeltern sind überaus engagierte und begeisterungsfähige Menschen. Sie übernehmen Verantwortung für zunächst einmal fremde Kinder.

Die Suche nach geeigneten Pflegefamilien wird jedoch aufgrund veränderter gesellschaftlicher Bedingungen schwieriger. Auch die die derzeit laufende Diskussion aufgrund aktueller, negativer Ereignisse in anderen Städten und Regionen wirkt nicht gerade bestärkend im Sinne der Gewinnung neuer Pflegeeltern. Viel zu selten wird über die gelingenden Entwicklungsverläufe von Kindern berichtet, die mit zwei Familien groß werden. Aber genau das passiert. Genau das passiert auch hier in Rostock. Wir möchten mit unserer Öffentlichkeitsarbeit möglichst viele Menschen ansprechen und Mut machen, weitere Schritte zu gehen, Pflegefamilien kennenzulernen und in gemeinsamen Gesprächen mehr zu erfahren über diese bereichernde Aufgabe, für ein Pflegekind da zu sein. Bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe beraten und unterstützen wir alle (potentiellen) Pflegefamilien und stehen allen Interessierten gern für weitere Informationen zur Verfügung.